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Claude Community x GlassFlow: Wir haben eine Software Factory gebaut

Florian Steiner 30.10.2026

Am 29. Oktober kamen 32 Leute zu JetBrains München, um auf dem eigenen Laptop eine Software Factory zu bauen: eine Crew aus Claude-Code-Sessions im Hintergrund, die einen kleinen Auftrag vom kurzen Interview bis zu gemergten Pull Requests auf main bringt. Armend Avdijaj und Kiran Nambiar von GlassFlow haben den Workshop geleitet. Der Rückblick fasst zusammen, was am Abend passiert ist und wie sich der Workshop zu Hause nachbauen lässt.

Bühne bei JetBrains München mit der Titelfolie „Build a software factory with Claude Code“ und dem Speaker am Pult.
Der Auftakt bei JetBrains München.
Bühne während des Workshops, auf der Leinwand die Folie „Two builds, both on Claude Code and Tares“.
Zwei Builds auf dem Plan: die Software Factory und als Bonus ein AI SRE.

Eine Crew aus Claude-Code-Sessions

Die Aufgabe des Abends war eine Software Factory auf dem eigenen Laptop und mit dem eigenen Claude-Plan: Claude-Code-Sessions im Hintergrund mit einem Orchestrator, einem Builder und einem Reviewer. Der Orchestrator nimmt geplante Projekte auf und startet Builder. Ein Builder arbeitet die Tickets im Repo ab, ein Pull Request pro Ticket, und der Reviewer prüft jeden Pull Request vor dem Merge. Die Spezifikation, die Tickets, die Reviews und die Antworten auf die Fragen der Crew hält Tares fest, das Open-Source-Werkzeug von GlassFlow.

Der Testauftrag war ein Click Counter für einen Link Shortener. Vom kurzen Interview bis zu den Pull Requests, die auf main gemergt waren, lief alles durch die Crew.

Das Einrichten dauerte für viele länger als geplant, vor allem wegen der Berechtigungsabfragen in Claude Code, wie Kiran anmerkte. Ein praktischer Hinweis von den Tischen: Branch Protection auf privaten GitHub-Repos gibt es nur mit einem bezahlten Plan.

Automatisierungsstufen von L1 bis L5

Kiran hat fünf Stufen beschrieben, auf denen sich eine Crew betreiben lässt. L1 schreibt Code ohne Commit, L2 committet lokal auf einem Branch, L3 öffnet Pull Requests, L4 merged auf main, und L5 deployt nach Produktion. Für L5 benutzt er den Begriff „dark factory“.

GlassFlow betreibt intern L4. L5 läuft dort nur für die Bug-Triage, mit Slack und einem Menschen in der Schleife. Für Hobbyprojekte empfiehlt Kiran L5, bei Produktion ist er skeptisch.

Aus der eigenen Produktion nannte er die Portierung einer Web-App in Go und React auf eine native Desktop-App in TypeScript, mit rund 270 Tickets.

Fragen und Antworten

Im Q&A ging es um Konflikte, Tests und Kontext. Nur Builder schreiben Code, jeder in einem eigenen Git-Worktree. Entstehen bei paralleler Arbeit Konflikte, findet ein Helfer-Agent die Merge-Reihenfolge. Ein Hook auf git push lässt nur die Reviewer-Session nach GitHub pushen. Die Tests laufen lokal beim Reviewer und in der CI.

Das Memory hält den Kontext der Organisation und die Regeln pro Projekt, geteilt oder persönlich. Ein gemeinsames Kontext-Repo für alle Sessions hat GlassFlow ausprobiert, es war schnell veraltet.

Observability für Agenten

Danach hat GlassFlow Rius gezeigt, ihre Observability für Agenten. Das Werkzeug hat vordefinierte Alerts für stille Fehler: eine Tool-Schleife mit immer gleichen Argumenten, ein wiederkehrendes Fehlermuster, auf das niemand reagiert, verschluckte Fehler und Context Rot durch aufgeblähte MCP- oder Tool-Antworten. Ein verschluckter Fehler ist zum Beispiel eine Antwort mit einer Zahl, ohne dass ein Tool-Aufruf diese Zahl geholt hat.

Bei Auto-Compaction zeigt es, was dabei weggefallen ist. Die Inhaltserfassung lässt sich abschalten. Tool-Aufrufe bleiben dann sichtbar, Prompts und Antworten sind ausgeblendet.

Eine Beobachtung zur Factory

Am Abend kam die Frage auf, was eine Factory gegenüber einer einzelnen Orchestrator-Session mit Subagents zusätzlich bringt.

Dazu habe ich eine Beobachtung. In der Factory setzen Tares und Hooks die Reihenfolge der Schritte, die Übergaben und die Prüfpunkte außerhalb des Modells durch. Bei einer einzelnen Orchestrator-Session hängt es davon ab, dass das Modell sie einhält. Der Hook auf git push, der nur den Reviewer pushen lässt, ist ein konkretes Beispiel.

Wer agentic engineering mit Claude Code im Team betreibt, kann daraus eine Prüffrage für das eigene Setup ableiten. Welche Schritte erzwingt etwas außerhalb des Modells, und welche bleiben dem Modell überlassen?

Nachbauen und Ausblick

Der ganze Workshop steht öffentlich auf https://workshop-munich.glassflow.ai/ und lässt sich zu Hause nachbauen. Tares ist Open Source: https://github.com/glassflow/tares

Der AI-SRE-Bonus wandert in eine Build-Session per Zoom, die GlassFlow später anbietet, der Termin steht noch nicht fest. Alle im Raum konnten vor Ort per QR-Code 50 US-Dollar Claude-API-Credits einlösen.

Danke an JetBrains München für die Gastfreundschaft und die Getränke, an Armend und Kiran für den Workshop und an alle, die da waren. Claude Community x GlassFlow · Supported by Anthropic · Venue: JetBrains München

Häufige Fragen

Kann ich den Workshop zu Hause nachbauen?

Ja. Auf https://workshop-munich.glassflow.ai/ stehen alle Teile. Teil 1, die Software Factory, dauert laut Anleitung etwa 30 Minuten. Er läuft auf Claude Code mit einem Plan, der Hintergrund-Sessions erlaubt, einen Anthropic-API-Key braucht er nicht. Die Einrichtung steht auf der Seite „Before you come“. Für den Bonus-Build mit dem AI SRE braucht ihr Docker und einen eigenen Anthropic-API-Key. Branch Protection auf privaten GitHub-Repos gibt es nur mit einem bezahlten Plan.

Wann gibt es den AI-SRE-Build?

GlassFlow führt ihn später als Build-Session per Zoom durch, der Termin steht noch nicht fest. Die Anleitung steht schon jetzt auf https://workshop-munich.glassflow.ai/.

KI-Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Claude entworfen und von einem Menschen redigiert, der die redaktionelle Verantwortung trägt.

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